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18.03.2010
CoRoT entdeckt Jupiter-Zwilling
Neue Möglichkeiten für die Exoplaneten-Forschung

Das CoRoT-Weltraumteleskop hat mit Grazer und Wiener Beteiligung sowie Beobachtungen der ESO einen Exoplaneten entdeckt, dessen physikalische Beschaffenheit spektroskopische Untersuchungen während eines Transits um seinen Stern zulässt. In einem soeben erschienenen "Nature"-Artikel wird die Entdeckung von CoRoT-9b, der in Merkurdistanz (0.36 AU) um einen sonnenähnlichen Stern kreist, beschrieben. Mit einer mittleren Atmosphärentemperatur von etwa 250 - 430 K ist er dem Jupiter sehr ähnlich.

In der soeben in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlichten CoRoT-Entdeckung (Deeg et al.: A transiting giant planet with a temperature between 250 K and 430 K, Nature, doi:10.1038/nature08856, 2010) eines Jupiter-ähnlichen Gasriesen mit der Bezeichnung CoRoT-9b wurde eine neue kühlere Exoplanetenpopulation beobachtet, welche den Gasplaneten in unserem Sonnensystem ähnlicher ist als die sogenannten "heißen Jupiter". CoRoT-9b kreist in 0.36 AU Entfernung um einen sonnenähnlichen Stern und ist unter den bisher mit der Transitmethode entdeckten 70 Exoplaneten der am weitesten von seinem Stern entfernte.

Der neu entdeckte Planet, an dessen Entdeckung auch die beiden Wissenschaftler Helmut Lammer und Jörg Weingrill vom Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Rudolf Dvorak vom Institut für Astronomie der Universität Wien mitwirkten, kann mit herkömmlichen Planetenentstehungsmodellen beschrieben werden. Bei den viel näheren sogenannten "heißen Jupiter"-Planeten, welche gravitativen Einflüssen des nahen Sterns ausgesetzt sind, ist das nicht der Fall. "Durch die Entdeckung von kühlen Gasriesen wie CoRoT-9b können Forscher mit Hilfe der Transitspektroskopie versuchen, die Atmosphäre der Planeten zu analysieren und diese mit den Gasplaneten in unserem Sonnensystem vergleichen", erklärt Lammer.


Kontakt:
Dr. Helmut Lammer
T +43 316 4120-641
helmut.lammer@oeaw.ac.at

Mag. Jörg Weingrill
T +43 316 4120-723
joerg.weingrill@oeaw.ac.at

Univ. Prof. Rudolf Dvorak
T +43 1 4277-51840
rudolf.dvorak@univie.ac.at


Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
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Last update: 2010/05/07
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