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30.04.2009
Peter Schuster in die US National Academy of Sciences gewählt
Hohe Auszeichnung für den amtierenden ÖAW-Präsidenten
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Der Wiener Chemiker und Präsident der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften (ÖAW), Peter Schuster, wurde als auswärtiges Mitglied in
die National Academy of Sciences der USA (NAS) gewählt. Die NAS würdigt
damit die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des renommierten
Chemikers. Nur wenigen Wissenschaftern wird diese Ehre zuteil.
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In diesem Jahr wurden 18 ausländische Mitglieder aus 15 Staaten in die
US National Academy of Sciences gewählt. Insgesamt hat die NAS zurzeit
404 ausländische Mitglieder, nur drei von ihnen kommen aus Österreich.
Neben Peter Schuster sind dies der Wiener Physiker Walter Thirring, der
vor mehr als 20 Jahren aufgenommen worden war und der Innsbrucker
Physiker Peter Zoller, dem diese Ehre im vergangenen Jahr zuteil wurde.
Unter den auswärtigen Mitgliedern der NAS findet sich eine große Zahl
von Nobelpreisträgern. Die National Academy of Sciences ist eine private
Organisation, die 1863 vom damaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln ins
Leben gerufen wurde und die Vereinigten Staaten von Amerika in allen
wissenschaftlichen Belangen berät.
"Die Wahl in die National Academy of Sciences ist für mich eine
besondere Anerkennung meiner bisherigen wissenschaftlichen Arbeit",
freut sich Schuster. "Die Auszeichnung kommt gerade im richtigen Moment,
da ich mich nach Beendigung meiner Tätigkeit als Präsident der ÖAW in
wenigen Wochen wieder ganz meinen Aufgaben als Wissenschafter widmen
kann."
Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Chemie
Peter Schuster wurde 1941 in Wien geboren und studierte Chemie und
Physik an der Universität Wien. Nach seiner Promotion im Jahre 1967 ging
er als Postdoktorand zum Nobelpreisträger Manfred Eigen an das
Max-Planck-Institut für Physikalische Chemie nach Göttingen. Er
habilitierte sich 1971 für das Fach "Theoretische Chemie" und wurde
1973 als Professor für dieses Fach an die Universität Wien berufen.
Peter Schuster war Gastprofessor unter anderem an der University of
Waterloo, Canada, und am Santa Fe Institute, New Mexico. Seit 1991 ist
Peter Schuster "External Faculty Member" des Santa Fe Instituts. In
den Jahren 1992 bis 1995 war er Gründungsdirektor des Instituts für
molekulare Biotechnologie in Jena, Thüringen. Schuster ist Träger
zahlreicher Auszeichnungen und Preise, unter anderem des Ehrenzeichens
für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich, des
Forschungspreises der Phillip Morris Stiftung und des
Schrödinger-Preises der ÖAW. Er ist Mitglied mehrerer Akademien,
darunter der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. In den
Jahren 2000 bis 2003 war Schuster Vizepräsident der ÖAW und seit 2006
ist er deren Präsident.
Peter Schuster wurde bekannt durch seine Arbeiten über die Natur der
Kräfte zwischen den Molekülen, die unter anderem auch die Eigenschaften
der Biomoleküle bestimmen. Zusammen mit Manfred Eigen entwickelte er
eine Theorie der molekularen Evolution, welche die Konzepte der
konventionellen Evolutionstheorie mit den Methoden der Molekularbiologie
und chemischen Kinetik vereint. Die Anwendung dieser Vorstellungen auf
Evolutionsprozesse im Reagenzglas führte zur Entwicklung neuer Methoden
in der Biotechnologie, welche es gestatten, Moleküle nach Maß für
vorbestimmte Zwecke zu "züchten". In der Folge wurden auch Konzepte
für die Bekämpfung von Viren auf der Basis der molekularen
Evolutionstheorie entwickelt. Durch diese Arbeiten wurde ein
mathematischer Zugang zur Analyse von komplexen chemischen
Reaktionsnetzwerken begründet, der heute in der Systembiologie seine
Anwendung findet. Anhand der Strukturen und Eigenschaften von
Ribonukleinsäuren konnte Schuster den Mechanismus der evolutionären
Optimierung und insbesondere die Rolle von
selektionsneutralen Varianten
aufklären. Diese Arbeiten legen eine Grundlage für den molekularen
Zugang zur Erforschung komplexer biologischer Systeme.
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