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12.05.2005
IWF Graz im "Winning Team"
NASA fällt wichtige Entscheidung in internationaler Mission zur
Erforschung der Magnetosphäre der Erde
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Nach reiflicher Überlegung hat die amerikanische Weltraumbehörde NASA
das Southwest Research Institute (SwRI), San Antonio, USA, mit der
Leitung der Mission "Magnetospheric Multiscale" (MMS) betraut. Mit im
Team ist das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF).
"Das IWF ist der größte nichtamerikanische Partner. Es wird die
Federführung bei der Potenzialregelung der Satelliten haben und an einem
Elektronenstrahlinstrument und einem Magnetfeldmessgerät beteiligt
sein," erklärt IWF-Direktor Wolfgang Baumjohann mit Stolz. Bei der
Entwicklung dieser Instrumente kann das Institut auf die Erfahrungen
zurückgreifen, die es bei der europäischen Cluster-Mission gesammelt
hat. Cluster ist die erste Weltraummission, die mehrere Satelliten
nutzt, um räumliche Effekte von der zeitlichen Dynamik der
Erdmagnetosphäre zu trennen und so zu einem besseren Verständnis des
äußeren Bereiches der Geosphäre zu gelangen.
Ziel der Mission MMS ist die Untersuchung der Dynamik der
Erdmagnetosphäre und der ihr zu Grunde liegenden
Energieumwandlungsprozesse, wofür ein komplettes Paket von Instrumenten
und Sensoren vorgeschlagen wurde. Vier identisch bestückte Satelliten
werden an unterschiedlichen Punkten in der Erdumlaufbahn platziert, um
dreidimensionale Messungen in der Erdmagneto-sphäre durchzuführen. MMS
soll nun noch bessere Daten als Cluster liefern und andere Gebiete des
erdnahen Weltraums erforschen. "Dadurch dass die MMS-Satelliten näher
zusammen fliegen, können sie noch genauer hinschauen," verdeutlicht
Baumjohann. "Was auf einer Skala von ein paar Kilometern geschieht,
beeinflusst die gesamte Magnetosphäre. Es sind also die kleinen
Prozesse, die die große Dynamik hervorrufen." Im Mittelpunkt der
Untersuchungen steht die so genannte "magnetische Rekonnexion", bei der
magnetische Energie in Teilchenenergie umgewandelt wird, wodurch auf der
Erde magnetische Stürme und Phänomene wie das Nordlicht entstehen. Man
erwartet sich aus den MMS-Daten aber auch neue Erkenntnisse über die
Sonne und ihren Einfluss auf die Erde und das Sonnensystem.
Das SwRI-Team, dem neben dem IWF eine Reihe amerikanischer und
internationaler Wissenschaftler anderer Institutionen angehören, war
eines von zwei Forscherteams, deren Vorschläge für die Realisierung der
Mission von der NASA während der letzten Monate untersucht wurden. Nun
hat das Team unter der Leitung von James L. Burch den Zuschlag bekommen.
Der Start von MMS ist für Juli 2013 geplant.
Weitere Informationen:
Pressemitteilung der NASA
Pressemitteilung des SwRI
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Wolfgang Baumjohann
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Institut für Weltraumforschung (IWF)
Schmiedlstr. 6
A-8042 Graz
T +43 316 4120-502
F +43 316 4120-590
baumjohann@oeaw.ac.at
Kontakt:
Mag. Alexandra Scherr
Public Relations
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
Institut fuer Weltraumforschung (IWF)
Schmiedlstr. 6
A-8042 Graz
T +43 316 4120-414
F +43 316 4120-490
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