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11. November 2003
Neues Teilchen lässt Physiker rätseln
Österreichische Hochenergie-Physiker
sind an der Entdeckung eines ungewöhnlichen, subatomaren
Teilchens beteiligt
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Ein internationales Team von Wissenschaftern,
darunter Forscher des Instituts für Hochenergiephysik der
Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), hat
am Japanischen Teilchenlabor KEK in der Nähe von Tokio ein
neues, subatomares Teilchen mit ungewöhnlichen Eigenschaften
entdeckt. Das Teilchen, dem die Physiker den Namen X(3872) gegeben
haben, hat in etwa die Masse des Heliumatoms und zerfällt nach
dem Milliardstel einer Billionstel-Sekunde in langlebigere und
weniger ungewöhnliche Teilchen. Obwohl diese Lebensdauer nach
unseren alltäglichen Begriffen unvorstellbar kurz ist, ist sie
doch eine Ewigkeit für ein Elementarteilchen dieser Masse. Die
Entdeckung wurde vor kurzem vom Experiment CDF am Fermi-Lab in
Illinois (USA) bestätigt.
Üblicherweise ist die Entdeckung neuer
Zustände (Teilchen) kein außergewöhnliches
Ereignis. X(3872) sorgt aber weltweit für besonderes Interesse
unter Physikern, da es in kein bekanntes Schema zu passen scheint.
Normale Mesonen bestehen aus einem Quark-Antiquark-Paar, das von
der starken Wechselwirkung zusammengehalten wird. X(3872)
lässt sich aber aufgrund seiner Masse und seiner
Zerfallseigenschaften nicht in dieser Weise deuten. Theoretische
Physiker vermuten deshalb, dass das Teilchen einem neuen Typ von
Mesonen angehört, die aus zwei Quark-Antiquark-Paaren bestehen
anstatt wie normalerweise aus einem einzigen.
Das neue Teilchen wurde unter den
Zerfallsprodukten so genannter B-Mesonen gefunden, die im
Elektron-Positron-Beschleuniger am KEK in großer Anzahl
produziert werden. Dort arbeitet ein Wissenschafter-Team aus
insgesamt elf Ländern am Belle-Detektor, der für die
Erforschung subatomarer Teilchen konzipiert wurde.
Die Entdeckung wurde in der aktuellen Ausgabe von
Physical Review Letters, einem der angesehensten physikalischen
Journale, publiziert.
Rückfragehinweis:
Mag. Dr. Gerhard Leder
leder@hephy.oeaw.ac.at
DI Dr. Christoph Schwanda
schwanda@hephy.oeaw.ac.at
Institut für Hochenergiephysik der ÖAW
1050 Wien, Nikolsdorfergasse 18
T +43-1-544 73 28-37
http://wwwhephy.oeaw.ac.at/
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