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17. März 2003
Virtuelle Räume
Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter sind Thema
eines Kongresses des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und
der frühen Neuzeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Der Begriff "Raum" steht für einen Ort, eine Kategorie oder auch ein Bezugs-
system: Räume werden physisch durchmessen, Räume werden real geschaffen,
Räume werden psychisch erlebt, Räume können aber auch nur in der
Vorstellungswelt existieren. Mit "virtuellen Räumen", der Raumwahrnehmung
und Raumvorstellung im Mittelalter, befasst sich vom 24. bis 26. März 2003
ein Kongress des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen
Neuzeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Krems.

Ein virtueller Raum entsteht durch die Überformung des realen Raumes durch
Einbringen anderer Kategorien oder Komponenten: Dies können Sinneswahr-
nehmungen sein, beispielsweise optische oder akustische Wahrnehmungen
oder auch Gerüche. Psychische Dispositionen, funktional oder intentional
geforderte Raumgrenzsetzungen schaffen ebenso virtuelle Räume, etwa
politischer oder kirchlicher Herrschaft, wie auch alternative Wahr-
nehmungen, beispielsweise literarischer oder bildnerischer Art. All
diese Komponenten können zu einer Überlagerung alltäglicher
Raumwahrnehmungsmuster mit anderen Raumvorstellungen führen und damit
einen virtuellen Raum im realen Raum schaffen. Sie können virtuelle
Räume imaginieren, die zwar nur außerhalb der realen Welt existieren, dieser
aber entweder eingegliedert werden wie etwa Paradiesesvorstellungen, oder außer-
halb der erlebten Welt als alternative, "utopische" Raumentwürfe, z. B. Himmel
oder Hölle, gedacht werden. Das Phänomen der virtuellen Räume wirft so ein
Licht auf die Wahrnehmung von Raum überhaupt und es zeigt, in welchen
Kategorien Raum gedacht wird.

In 38 Vorträgen werden sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem
In- und Ausland interdisziplinär mit diesem vielschichtigen Thema beschäftigen.
In fünf Sektionen werden Hauptaspekte, wie die Überlagerung von realem Raum
durch alternative Wahrnehmungsmuster, die Konstitution von imaginären Räumen,
die Inszenierung von imaginären Räumen und deren Einbindung in den erlebten
Raum, Raumwahrnehmung und Raumtranszendierung behandelt.

Virtuelle Räume
Raumwahrnehmung und Raumvorstellung im Mittelalter
10. Symposium des Mediävistenverbandes
14. Internationaler Kongress des Instituts für Realienkunde des Mittelalters
und der frühen Neuzeit in Zusammenarbeit mit der Abteilung für
Telekommunikation, Information und Medien der Donau-Universität Krems


Termin:
24.-26. März 2003

Tagungsort: Donau-Universität Krems, Dr. Karl Dorrek-Straße 30

Organisation:
Dr. Elisabeth VAVRA
ÖAW-Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Körnermarkt 13, 3500 Krems an der Donau
Tel.: (+43 2732) 84793/22
E-Mail: Elisabeth.Vavra@oeaw.ac.at

Programm
ÖAW-Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit

Weitere Informationen:
Dr. Marianne Baumgart
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien
Tel.: (+ 43 1) 51581/1219, Fax: (+ 43 1) 51581/1275
E-Mail: Marianne.Baumgart@oeaw.ac.at


 
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
A-1010 Wien
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Tel.: (+43 1) 51581-0
webmaster@oeaw.ac.at

last update: 2003/12/02
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