Seit der Unterzeichnung
der Charta zur Erhaltung der schwindenden Biodiversität der Erde im
Rahmen der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung
in Rio de Janeiro 1992 ist "Biodiversität" zu einem Zentralthema für
Forschung und Politik geworden. Dabei geht es um sehr vielfältige
und unterschiedliche Probleme: Wie viele Arten gibt es überhaupt auf
unserer Erde? Warum nimmt die Artenzahl der Lebewesen von den feuchten
Tropen zu den Kältewüsten der Pole ab? Wie groß muß
die Vielfalt der Erbanlagen in einer Fortpflanzungsgemeinschaft von Mikroorganismen,
Pflanzen oder Tieren sein, damit sie sich anpassen und überleben kann?
Welche Bedeutung hat die weltweite Mannigfaltigkeit der verschiedenen Ökosysteme
und Lebensräume für die Biosphäre als ganzes und insbesondere
für die Menschheit? Antworten auf diese grundlegenden Fragen sind
erst ansatzweise verfügbar. Einigkeit besteht aber darüber, daß
die Erforschung der Biodiversität unserer Erde langsamer vorankommt
als ihre immer bedenklicher werdende Zerstörung durch menschliche
Eingriffe.
"Der Wert der Biodiversität" ist Thema eines von der Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien der ÖAW am 5. November 1999 veranstalteten Symposiums. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen der nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität aus dem Blickwinkel der Land- und Forstwirtschaft, der Mikrobiologie sowie der Lebensmittel- und Heilmittelforschung, illustriert durch zahlreiche, besonders auch für Österreich relevante Beispiele. Erörtert wird auch die Möglichkeit, Fragen der Biodiversitätsforschung durch mathematische Modelle zu lösen.
Ein zweiter Schwerpunkt
beschäftigt sich mit dem Themenkreis der ökonomischen Bewertung
der Biodiversität. Die zentrale Frage dabei ist, inwieweit sich die
bisher unbedenkliche Nutzung der "Gratisleistungen" unserer vielfältigen
Biosphäre auch in Geldwert ausdrücken läßt und ob
sich diesbezügliche Schätzungen von jährlichen Dollarbeträgen
in Billionenhöhe tatsächlich belegen lassen.
Symposium "Der Wert der Biodiversität"
Freitag, 5. November 1999
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Sitzungssaal
A-1010 Wien, Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
Organisation:
Univ.-Prof. Dr. Friedrich Ehrendorfer und Univ.-Prof. Dr. Erich W. Streissler
Rückfragehinweis
Univ.-Prof. Dr. Friedrich Ehrendorfer
Tel: (01)4277-54154
friedrich.ehrendorfer@univie.ac.at
karin.windsteig@oeaw.ac.at