Wien, 11. Oktober 1999
Die ÖAW und das zum Unternehmensverband Boehringer Ingelheim gehörende Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) setzen gemeinsam einen neuen Forschungsschwerpunkt auf dem Gebiet der Molekularbiologie.
Durch diese Kooperation wird eine Zusammenarbeit zwischen akademischer Forschung und Wirtschaft und damit auch eine Stärkung des Forschungsstandorts Österreich erzielt. Beispielhaft wird dadurch eine Brücke von der Grundlagenforschung zur späteren konkreten medizinischen Anwendung geschlagen.
Die Zusammenarbeit wurde von der ÖAW angeregt, die einen kompetenten Partner für ihre Forschungsarbeit suchte, um Expertenwissen zu bündeln und rasch zu einem Erfolg zu führen. Die Wahl fiel auf die zum Unternehmensverband Boehringer Ingelheim gehörende Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie Gesellschaft mbH / IMP in Wien, ein renommiertes Grundlagenforschungsinstitut mit Weltruf.
Im Rahmen der Kooperation
"IMP - IMBA Genome Research Center
eine Forschungsinitiative von
Boehringer Ingelheim und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften"
wird in den nächsten Monaten ein "Institut für Molekulare und Zelluläre Bioinformatik (IMBA)" gegründet, das im Laufe von zwei bis drei Jahren rund 80 hochqualifizierte Arbeitsplätze auf dem Gebiet der Molekular- und Zellbiologie des Menschen bieten wird. Die Kosten für das neue Institut, das als 100%-ige Tochter-GmbH der ÖAW eingerichtet wird, trägt die ÖAW. Das IMP bringt sein besonderes Know-how zum Aufbau und zur Führung eines Forschungsinstituts mit internationalem Standard ein.
Damit werden sowohl die Zielsetzung der ÖAW, in Österreich einen neuen Schwerpunkt in den molekularbiologischen Wissenschaften zu setzen, als auch die Zielsetzung des IMP verwirklicht, die am Vienna Bio Center bearbeitete Forschung an Modellorganismen durch den Forschungsbereich Molekular- und Zellbiologie des Menschen zu ergänzen.
Diese Kooperation einer akademischen Forschungseinrichtung mit einer international renommierten, aus privaten Mitteln finanzierten Forschungseinrichtung der Industrie ist ein Meilenstein in den vom Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr sowie durch die Stadt Wien ermöglichten Aktivitäten der ÖAW.
Aufgabe der ÖAW ist es, die Wissenschaft auf allen Gebieten insbesondere im Bereich der Grundlagenforschung zu fördern. Die wissenschaftliche Arbeit der Akademie, derzeit Trägerorganisation von 56 Forschungseinrichtungen, ergänzt die an den Universitäten geleistete Forschungsarbeit.
Das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie wurde 1986 gegründet und gehört zum Unternehmensverband Boehringer Ingelheim. Am IMP wird mit regelmäßiger Beratung durch ein unabhängiges international besetztes Scientific Advisory Board erfolgreich Grundlagenforschung zum besseren Verständnis der Entstehung von Krankheiten geleistet. Mit den örtlich benachbarten Molekularbiologie-Instituten der Universität Wien besteht seit langem eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsam mit dem IMP bilden sie das international renommierte "Vienna Bio Center" in der Dr. Bohr-Gasse im dritten Wiener Gemeindebezirk.
Das Institut für Molekulare und Zelluläre Bioinformatik (IMBA) wird in einem Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft zum IMP untergebracht sein. Der Standort im dritten Wiener Gemeindebezirk soll nach den Plänen der Stadt Wien zu einem Biotechnologie-Zentrum ausgebaut werden.
Im Rahmen und zur Förderung der Kooperation ist beabsichtigt, mit Universitäten, wie z.B. den Forschern am Wiener AKH, auf Projektebene zusammenzuarbeiten und sowohl Diplomanden als auch Dissertanten zu beschäftigen.
Die gemeinsam gewonnenen neuen Erkenntnisse sollen die Basis für weitere Forschungsprojekte von Boehringer Ingelheim zur Entwicklung neuer Medikamente und Therapien bilden.
Boehringer Ingelheim gehört weltweit zu den 20 führenden pharmazeutischen Unternehmen. 1998 machte der Unternehmensverband einen Gesamtumsatz von mehr als 8,75 Milliarden Mark. Der Unternehmensverband hat weltweit etwa 140 Niederlassungen und konzentriert sich auf Humanpharmaka (Präparate für den Einsatz im Krankenhaus, rezeptpflichtige Präparate, Selbstmedikation) sowie Tiergesundheit. Boehringer Ingelheim hat beachtliche Forschungs- und Entwicklungseinheiten, Produktionsstätten und Vertriebseinrichtungen in aller Welt. 1998 investierte das Unternehmen 1,6 Milliarden Mark in Forschung & Entwicklung, das entspricht 18 Prozent des Gesamtumsatzes.
Der internationale Unternehmensverband Boehringer Ingelheim ist in Österreich mit den Gesellschaften Boehringer Ingelheim Austria, Boehringer Ingelheim Pharma sowie dem Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie Wien (IMP) vertreten. Kerngeschäftsfelder von Boehringer Ingelheim Austria sind das Pharmageschäft Österreich, Forschung und Entwicklung sowie Biotechnische Produktion. Ebenfalls von Wien aus erfolgt die Betreuung der osteuropäischen Märkte von Boehringer Ingelheim.
Für weitere Informationen:
A-1010 Wien, Dr. Ignaz-Seipel-Platz 2
Dr. Marianne Baumgart
Tel.: +43/1/51581-219
Fax: +43/1/51581-275
E-Mail: baumgart@oeaw.ac.at
A-1030 Wien, Dr. Bohr-Gasse 7
Dr. Nikolaus Zacherl
Tel.: +43/1/79730-600
E-Mail: zacherl@nt.imp.univie.ac.at
Dr. Heidemarie Hurtl
Tel.: +43/1/79730-358
E-Mail: hurtl@nt.imp.univie.ac.at
Fax: +43/1/7987153
A-1121 Wien, Dr. Boehringer-Gasse 5-11
Dr. Elisabeth Tomaschko
Tel.: +43/1/80105-2158
E-Mail: elisabeth.tomaschko@vie.boehringer-ingelheim.com
Fax: +43/1/8040823