Severin von Noricum - Schlüssel zu einer versunkenen Zeit

Workshop der Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
am 18. Jänner 1999

Der Übergang von der Antike zum Mittelalter - vor etwa 1500 Jahren - war an der Donau eine der dramatischesten Epochen der Geschichte. Aber gerade sie wird von einem außergewöhnlichen Zeugnis erhellt, der Lebensbeschreibung des heiligen Severin (gestorben 482), die sein Schüler Eugippius verfaßt hat. Severin lebte in der Endzeit römischer Herrschaft in Favianis (Mautern) in der Provinz Noricum. Seine Lebensbeschreibung ist der älteste Text, in dem überhaupt so anschaulich das Leben an der Donau zwischen Wien und Passau geschildert wird.

Für die Wissenschaft ist das Leben Severins ein einzigartiger Schlüssel zu einer versunkenen Zeit. Doch wie zuverlässig sind die Erzählungen des Eugippius von seinem Helden, der durch sein bloßes Auftreten Barbarenheere aufhielt, der den Untergang von Römerstädten weissagte oder der auf wunderbare Weise half, Verschollene zu finden und Gefangene zu befreien? Severins Bedeutung geht zudem weit über das Land an der Donau hinaus. Er war einer der Pioniere des abendländischen Mönchtums, und Eugippius stellt ihn als leuchtendes Vorbild dar. Welchen Einfluß hatte dieses Modell auf die Entwicklung der Klöster?

Diese Fragen stellt ein internationaler Workshop mit dem Titel "Eugippius und Severin – Der Autor, der Text und der Heilige", den die Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters der Österreichischen Akademie der Wissenschaften organisiert. Er findet am 18. Januar 1999 im Thomas-Saal der Dominikaner, 1010 Wien, Postgasse 4, statt (Beginn 9h15). Die Diskussionen werden zeigen, wie sehr sich in letzter Zeit unser Bild der Vergangenheit verändert hat.

Rückfragehinweis:
Dr. Walter Pohl
Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
Fleischmarkt 20-22, 1010 Wien
Tel.: 512 91 84 / 40 od. 44
e-mail: walter.pohl@oeaw.ac.at


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Letzte Änderung: 13.01.1999 14:48