Österreichs Jungakademikerinnen holen auf
Bei Vergabe der Doktorandenstipendien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) kamen diesmal mehr Frauen als Männer zum Zug
Beim diesjährigen Herbst-Vergabetermin der Doktorandenstipendien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurden erstmals mehr Stipendien an Frauen als an Männer vergeben.
"Leider reichen die zur Verfügung gestellten Budgetmittel nicht aus, um alle förderungswürdigen jungen Wissenschaftler zu unterstützen. Viele exzellente Bewerber mußten gerade bei diesem Vergabe-Durchgang abgewiesen werden", betont der Präsident der ÖAW, Werner Welzig. Dies sei umso bedauerlicher, so der ÖAW-Präsident, weil nach Aussage der Mitglieder des Vergabekomitees das Niveau der Ansuchen auch in Fachbereichen steigt, die bisher schwächer vertreten waren. Die Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat die Zahl von 100 laufenden Doktorandenstipendien als der österreichischen Universitätssituation angemessen beurteilt. Die vom Bundesministerium für Wissenschaft und Verkehr zur Verfügung gestellten Mittel reichen aber derzeit nur für rund 50 Stipendien.
Das seit vier Jahren bestehende Doktorandenprogramm der ÖAW bietet exzellenten jungen NachwuchsforscherInnen die Chance, sich ausschließlich auf die Dissertation zu konzentrieren. Die Doktorandenstipendien sind mit öS 200.000.— brutto pro Jahr dotiert und werden für maximal zwei Jahre vergeben. Die wichtigsten Kriterien bei der Vergabe, die nach einer Begutachtung durch externe Gutachter durch das Vergabekomitee erfolgt, sind der bisherige Studienerfolg und die Originalität des Dissertationsexposees. Die Vergabequote liegt bei rund 20 Prozent.
Der nächste Einreichtermin für die Doktorandenstipendien der ÖAW ist der 30. September 1998, die nächste Vergabe erfolgt im Jänner 1999.