50 Jahre Kommission für Byzantinistik
der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Am 10. November 1998 feierte die Kommission für Byzantinistik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften das erste halbe Jahrhundert ihres Bestehens mit einer Feier im Theatersaal des nach dem ehemaligen Akademiepräsidenten und weltweit führenden Byzantinisten Herbert Hunger benannten Akademie-Hauses.

Hunger, der das Institut für Byzantinistik zu Weltruhm brachte und mit der Kommission für Byzantinstik eines der effektivsten Arbeitszentren zur Byzantinistik schuf, das die gesamte Bandbreite des Faches abdeckt (bes. Prosopographie, Paläographie, Sigillographie, Lexikographik, Diplomatik), konnte mit Stolz den hochrangigen Besuchern, darunter dem Metropoliten der griechisch-orthodoxen Kirche von Austria, Dr. Michael Staikos, und dem Erzbischof der armenischen-apostolischen Kirche, Hon.Prof. Dr. Mesrop Krikorian, das Ergebnis, oder besser Zwischenergebnis, einer fünfzigjährigen Arbeit präsentieren:

Der Festvortrag des Obmanns der Kommission für Byzantinistik, Prof. Otto Kresten, zeigte eindrucksvoll die Einbeziehung der neuesten Medien in die wissenschaftliche Arbeit: Für den in jüngster Zeit eingerichteten Schwerpunkt "Byzantinische Diplomatik" wurde eine Bild-CD ROM mit sämtlichen Kaiserurkunden (Originale und Kanzleikopien) des Zeitraums von 1052 bis 1201 erstellt, die sich heute in Archiven des Berges Athos, des Ioannes Theologos-Klosters in Patmos sowie im Archivio Segreto Vaticano, im Archiv der Cappella Palatina in Palermo und in den Staatsarchiven von Genua und Pisa befinden. Diese CD-ROM wurde in Zusammenarbeit mit der Schwesterkommission an der Münchener Akademie der Wissenschaften produziert; die kompakte Präsentation dieser 212 Abbildungen von Urkunden --- zum Teil Erstveröffentlichungen ---, die Möglichkeit, die Dokumente beliebig zu vergrößern und Dokumente etwa zum Schriftvergleich nebeneinanderzustellen, erwies sich bereits am 5. Internationalen Paläographiekongreß in Cremona (Oktober 1998) als in der Fachwelt bewunderte, einzigartige Innovation, mit der die Kommission für Byzantinistik in diesem Bereich international eine Vorreiterfunktion für die Verwendung der Digitalisierung mittelalterlicher Schriftdokumente eingenommen hat.


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Letzte Änderung: 23.11.1998 12:53