Novartis_Preis an ÖAW-Mitarbeiter


Am 28. November 1997 wurde Univ.-Doz. Dr. Josef Kytir, Institut für Demographie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, mit dem Novartis-Preis für Geisteswissenschaften 1997 für seine demographischen Arbeiten über die Altersentwicklung in Österreich ausgezeichnet.

Der soziale und medizinische Fortschritt hat in allen industrialisierten Ländern bewirkt, daß das Leben der Menschen länger und - im statistischen Sinne - sehr "sicher" wurde. In Österreich lag die Lebenserwartung bei der Geburt um 1870 bei rund 34 Jahren. Unter den gegenwärtigen Sterblichkeitsverhältnisses kann ein Neugeborenes mit einer Lebensspanne von 80,2 Jahren (Frauen) bzw. von 74 Jahren (Männer) rechnen. Damals erreichte nur rund die Hälfte der Neugeborenen das Erwachsenenalter, heute erleben 93% der Frauen und 85% der Männer das Pensionsalter. Schreibt man die Sterblichkeitsentwicklung der vergangenen Jahrzehnte in abgeschwächter Form in die Zukunft fort, so erreichen im Jahr 2030 91% der Männer und 96% der Frauen das Pensionsalter. Männer leben dann noch weitere 22,5 Jahre, Frauen sogar 27 Jahre. Männer werden dann daher im Durchschnitt 82,5 Jahre, Frauen 87 Jahre alt. Dazu drei weitere Zahlen: um 1870 lebten in Österreich knapp 400.000 Menschen über 60 Jahre, heute sind es 1,6 Mio., im Jahr 2030 werden es beinahe 2,8 Mio. sein.

Daß diese aus der Sicht unserer Vorfahren phänomenale "Erfolgsgeschichte" die Gesellschaft vor viele neue Herausforderungen stellt, wird uns erst nach und nach bewußt. Der Bevölkerungswissenschaft kommt hier die Rolle zu, auf einige dieser Herausforderungen aufmerksam zu machen. Darum geht es in den am Institut für Demographie der ÖAW entstandenen Arbeiten des Preisträgers.


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Letzte Änderung: 01.12.1997 15:01