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Am ÖAW-Institut für Geographic Information Science werden Methoden entwickelt, um den rapiden Wandel in Natur- und Sozialräumen besser zu verstehen. Dem Wandel liegt eine raum-zeitliche Dynamik inne, die es zu beschreiben gilt, bevor man gesicherte Einschätzungen, Prognosen und Maßnahmenvorschläge abgeben kann.
Das Gemeinsame bei ökologischen beziehungsweise sozioökonomischen Fragestellungen ist die Dynamik des Untersuchungsgegenstandes. Sie zu erkennen gelingt, wenn man die Daten auf ihre raum-zeitliche Perspektive hin vergleicht. Gudrun Wallentin macht das am Beispiel der Verschiebung der Baumgrenze in den Alpen. Gilbert Ahamer fokussiert auf die Entwicklung des globalen Energieverbrauchs. Beide arbeiten am ÖAW-Institut für Geographic Information Science (GIScience). Ihr zentraler Ansatz ist es, Zeit- und Rauminformation gleichrangig und zusammen mit dem Untersuchungsgegenstand zu analysieren.
Beispiel: Wiederbewaldung
Gudrun Wallentin möchte die kausalen Beziehungen räumlicher Vegetationsmuster besser verstehen. Sie arbeitet im Rahmen ihrer Dissertation an der Modellierung des Prozesses der Wiederbewaldung von aufgelassenen Almen in den Ötztaler Alpen. Anhand von Fernerkundungsdaten, die über mehr als 50 Jahre lang erhoben wurden, hat sie die Bilder zu Vegetationstypen und Typen der Landnutzung nach Methoden der Bildverarbeitung analysiert und gemeinsam mit Informationen über die Geländeformen, Besitzdaten und örtlichen Besonderheiten ausgewertet. "In unseren Modellen wird jeder einzelne Baum als Individuum dargestellt. Auf diese Weise können wir die Verlagerung der Waldgrenze und die allgemeine Dynamik von Landbedeckungsmustern über Jahrzehnte hinweg sehr genau verfolgen", so Gudrun Wallentin. Der Beschreibung folgt das Verallgemeinern: Die Wissenschafterin erarbeitet ein aussagekräftiges Modell für verschiedene natürliche Wiederbewaldungsgebiete sowie sensible Indikatoren landschaftlicher Nachhaltigkeit. Nicht zuletzt entwickelt sie Methoden der Visualisierung, die ihre Ergebnisse für die Öffentlichkeit leichter verständlich machen.
Beispiel: Änderung des Energieverbrauchs
Gilbert Ahamer beschäftigt sich mit der Analyse großräumiger Systeme, vor allem mit der Dynamik von Global Change und Pfaden zur Nachhaltigkeit. Er baut auf georeferenzierten Daten der letzten Jahrzehnte zu Energieverbrauch, Bevölkerungs- und Wohlstandsentwicklung auf. "Mir geht es darum, langfristige globale Strukturveränderungen in Wirtschaft und Energieversorgung mit ihrem räumlichen Bezug darzustellen. Lange Zeit wurde für Trendanalysen einmal die räumliche, ein andermal die zeitliche Komponente weniger beachtet, was letztendlich zu wenig zufriedenstellenden Zukunftsszenarien geführt hat", so Gilbert Ahamer. Wenn man Dynamiken abbilden will, ist es oft günstiger, die Änderung der Fakten als die Fakten selbst darzustellen. Die Trendänderungen im Energieverbrauch detailliert nach Sektoren und Energieträgern zu kennen, ist wichtig für die Berechnung von CO2-Emissionsszenarien und daraus resultierenden nationalen Klimaschutzmaßnahmen (siehe
Grafik [PDF]
).
Vom Beschreiben zum Prognostizieren
Lange Zeit musste man sich damit begnügen, dynamische Systeme anhand weniger Indikatoren Schritt für Schritt zu beschreiben. Mit Algorithmen aus den Geographic Information Sciences gelingt dynamisches Modellieren und die Bewertung von Verteilungsmustern in Echtzeit. So unterstützt analytisches Geoprocessing Monitoring von Strukturwandel und Entscheidungsfindung quer durch die Disziplinen.
Kontakt:
Institut für Geographic Information Science (GIScience)
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
www.oeaw.ac.at/giscience
Mag. Gudrun Wallentin
T +43 662 8044-7512
gudrun.wallentin@oeaw.ac.at
Dr. Gilbert Ahamer
T +43 662 8044-7510
gilbert.ahamer@oeaw.ac.at
Dezember 2009
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Interview mit Josef Strobl
Bio-Monitoring
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