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Himmelsbeobachtung erfordert weltweite Kooperation, die nicht zuletzt durch die Internationale Astronomische Union ermöglicht wird. Zur alle drei Jahre stattfindenden Hauptversammlung entsendet die Kommission für Astronomie der ÖAW österreichische Vertreter(innen) und schlägt neue Mitglieder vor.
An der ÖAW gibt es seit mehr als 40 Jahren eine Kommission für Astronomie, bestehend aus hochrangigen Astronom(innen) unterschiedlichster Teildisziplinen von Planetologie bis hin zu extragalaktischer Astronomie. Die Kommission erfüllt die wichtigen koordinativen Aufgaben für Österreich- wie beispielsweise die Vertretung aller österreichischen Astronom(inn)en bei der Internationalen Astronomischen Union, deren Hauptversammlung heuer in Rio de Janeiro stattgefunden hat. Außerdem gibt die Kommission die stark wachsende internationale Fachzeitschrift "Communications in Asteroseismology" heraus.
Die Mitglieder der Kommission forschen an den Universitäten Wien, Graz, Innsbruck und in Padua. Möglichkeiten zur Himmelsbeobachtung gibt es an den Universitätssternwarten im Wienerwald, am Ossiachersee und in Innsbruck. Österreichische Astronom(innen) messen allerdings auch an Teleskopen in Gegenden, die sich besser für die Himmelsbeobachtung eignen: beispielsweise Spanien, Texas, Arizona, Hawaii oder Südafrika. Die österreichischen Astronomen sind auch maßgeblich an mehreren großen internationalen Satellitenprojekten wie COROT, KEPLER und MOST beteiligt. Seit etwa einem Jahr ist Österreich Mitglied der Europäischen Südsternwarte ESO in Chile, die mit mehr als acht Meter großen Spiegelteleskopen exzellente Forschungsmöglichkeiten bietet.
Planeten, Sonnen und Galaxienhaufen
Die Forschungsgebiete der Kommissionsmitglieder erstrecken sich über schier unendliche Entfernungen. Vergleichsweise "vor der Haustüre" liegen die Objekte der Planeten- und Sonnenforscher(innen), Helmut O. Rucker und sein Team vom ÖAW-Institut für Weltraumforschung in Graz. Arnold Hanslmeier von der Karl-Franzens-Universität in Graz erforscht Bewegungen auf der Sonnenoberfläche. Indirekt mit Astronomie beschäftigt sich der Wiener Impaktforscher Christian Köberl, dem es um die Charakterisierung von Meteoriten geht.
Die Kommission für Astronomie wird von Michel Breger geleitet, dessen eigenes Forschungsgebiet, die Asteroseismologie, die Variabilität, Struktur und Entwicklung der Sterne erforscht. In diesem Zusammenhang wurde Michel Breger von der Internationalen Astronomischen Union mit der Verantwortung für das Archiv der unveröffentlichten Daten von veränderlichen Sternen betraut. Das Archiv beinhaltet unersetzbare Messungen über ein Jahrhundert, die im Rahmen eines Kommissionsprojektes digitalisiert werden und anschließend Astronomen weltweit zur Verfügung stehen.
Noch weiter in den Weltraum blicken Piero Rafanelli aus Padua, Sabine Schindler von der Universität Innsbruck und Gerhard Hensler von der Universität Wien. Piero Rafanelli erforscht die Strahlung riesiger Schwarzer Löcher in der Mitte von Galaxien. Sabine Schindlers Interesse gilt den Interaktionen von Galaxien in sogenannten Galaxienhaufen, und Gerhard Hensler errechnet die Dynamik und den Lebenszyklus von Galaxien. Als theoretischer Astrophysiker arbeitet er mit Rechenclustern, deren Kapazität weit größer ist als jene aller Rechner Österreichs zusammen.
Service für Wissenschaft und Öffentlichkeit
Ein führendes weltweites Publikationsorgan für Astronom(inn)en ist die referierte Zeitschrift Astronomy and Astrophysics. Die ÖAW-Kommission für Astronomie ist an dieser Fachzeitschrift über ihren Obmann von 2008-2012 an der Leitung beteiligt. Darüber hinaus bereiten Mitglieder der Kommission historisches astronomisches Wissen für andere Wissenschaftsdisziplinen beziehungsweise für eine breitere Öffentlichkeit auf. So unterstützt die Kommission Archäolog(inn)en bei der Bewertung antiker astronomischer Kalender. Ein weiteres Projekt betrifft eine online verfügbare Datenbank aller österreichischen Sternwerten: von Volks- und Schulsternwarten bis hin zu solchen von astronomischen Universitätsinstituten sowie von ausgezeichneten Amateuren. Die Datenbank bietet Informationen zu Ausstattung und Aktivitäten der Sternwarten ebenso wie zu deren Geschichte.
2009 ist das Jahr der Astronomie. Österreichische Astronom(inn)en haben viele Aktivitäten gesetzt, ihr Forschungsgebiet für die Öffentlichkeit verständlich zu machen. "Eigentlich ist das gar nicht so schwierig, weil sich viele Menschen nicht zuletzt aus philosophischen Gründen für das Universum interessieren", meint Sabine Schindler. "Wir wollen aber mit solchen Aktionen natürlich junge kreative Köpfe motivieren, sich darauf einzulassen, die Signale aus den Tiefen des Alls zu verstehen."
Sternwarten in Österreich
Kontakt:
Prof. Michel Breger
Institut für Astronomie der Universität Wien
michel.breger@univie.ac.at
Prof. Sabine Schindler
Institut für Astronomie der Universität Innsbruck
sabine.schindler@uibk.ac.at
Kommission für Astronomie
Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
www.oeaw.ac.at/astro
Oktober 2009
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Interview mit Helmut O. Rucker
Radiostrahlung: ein wichtiges Werkzeug der Astronomie
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