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Migration im demografischen Kontext ist ein gesellschaftliches Phänomen mit Konsequenzen
in Herkunfts- und Zielgesellschaften. Letztere sind meist städtisch. Dem Vergleich der
Integrationspolitik in mehr als 30 Städten widmet sich ein europaweites Forschungsprojekt.
Durch dieses Projekt wurde ein Städtenetzwerk auf Verwaltungsebene initiiert, welches das
Voneinander-Lernen fördert.
Forschung über städtische Integrationspolitik ist ein relativ junges Forschungsgebiet. Bislang standen bei der Integrationsforschung meist nationale Aspekte im Vordergrund. Ganz bewusst der lokalen Ebene widmet sich hingegen CLIP - Network of European Cities for Local Integration Policies for Immigrants, ein Forschungsprojekt mit einem starken Anwendungsbezug. Fünf Forschungsinstitute in Amsterdam, Bamberg, Swansea, Turin und Wien erforschen mehr als 30 europäische Städte von Schweden bis nach Griechenland und zusätzlich Istanbul sowie Izmir in der Türkei. Österreichischer Partner bei CLIP ist das Institut für Stadt- und Regionalforschung (ISR) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit Josef Kohlbacher und Peter Görgl. Finanziert wird CLIP vorwiegend durch Eurofound, eine EU-nahe Organisation mit Sitz in Dublin, die sich in erster Linie um Arbeitnehmerrechte kümmert.
Arbeitsweise
CLIP läuft seit 2006 und ist in vier Module zu den Themen Wohnintegration, Diversitätspolitik, Interreligiöser Dialog und Ethnische Ökonomie untergliedert; derzeit läuft das dritte. Zu Beginn jedes Moduls erstellen die Wissenschafter(innen) einen Fragebogen für alle Partnerstädte. Jedes der Forschungsinstitute wertet fünf bis sechs Fragebögen aus. Das ISR ist für Wien, Athen, Prag, Budapest und Zagreb zuständig. Die Auswertung samt ergänzender Literaturstudien und Experteninterviews (mit Repräsentanten der Migranten, der Verwaltung, der Kirchen und Religionsgemeinschaften) werden zu einem City Report zusammengefasst. Für jedes Modul ist schließlich ein Overview Report aus allen City Reports vorgesehen. Die Herausforderung dabei ist die starke Diversität von Städten wie beispielsweise Sundsvall, Wroclaw oder Athen. Man stellt sich aber bewusst dieser Diversität, weil sie für das Netzwerk die Möglichkeit schafft, auf sehr vielen Ebenen voneinander zu lernen. Schließlich werden von den Wissenschafter(inne)n für ihre jeweiligen Städte Empfehlungen zum Modul verfasst beziehungsweise Good-Practice-Beispiele vorgestellt.
Modul Wohnintegration - Good Practice in Wien
Im Modul Wohnintegration wurden beispielsweise Wohnqualitätskriterien, die Leistbarkeit des Wohnens, die Wohnumwelt oder Fragen der Sicherheit erfragt. Einen wichtigen Abschnitt im City Report bildete die kritische Auseinandersetzung mit politischen Konzepten auf der lokal-munizipalen Ebene, die den Zugang von Migrant(inn)en und ethnischen Minderheiten zu adäquatem und leistbarem Wohnraum in europäischen Städten gewährleisten sollen. "Im Kontext der integrativen Wohnpolitiken ist Wien vorbildhaft", sagt Josef Kohlbacher. "Die sanfte Stadterneuerung, die in Wien seit den 1980er Jahren praktiziert wird, wird international als ein besonders positives Beispiel für nachhaltige Integration gesehen." Sanfte Stadterneuerung bedeutet konkret, dass man alte Gebäude möglichst saniert anstatt sie abzureißen und die angestammten Bewohner - wenn nötig mit Förderungen - unterstützt, auch nach der Sanierung zu bleiben, auch wenn das Haus und die Umgebung aufgewertet wurden.
Info Sheet inkl. CLIP-Städte und wissenschaftliche Partnerorganisationen
Kontakt:
MMag. DDr. Josef Kohlbacher
Institut für Stadt- und Regionalforschung
Zentrum Sozialwissenschaften
Österreichische Akademie der Wissenschaften
1010 Wien, Postgasse 7/4/2
T +43 1 51581-3527
josef.kohlbacher@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/isr
Juli 2009
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Lebenserwartung: Forschen im Kloster
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