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Die Höfe der Habsburger waren Zentren der Politik, Wirtschaft und Kunst. An der ÖAW widmet sich ein interdisziplinärer Arbeitskreis diesen verschiedenen Aspekten höfischer Geschichte und Kultur. Ziel ist die Vernetzung aktueller Forschungsergebnisse.
Die Habsburger prägten die Geschichte Europas und insbesondere Österreichs über 600 Jahre wie kaum ein anderes Herrschergeschlecht. Ihr Einfluss reichte bis nach Afrika, Amerika und Asien. An ihren Höfen versammelten sich die Eliten aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie waren Brennpunkte und Drehscheiben der Macht, Zentren der Kunst, Arbeitsplatz und Mittelpunkte des gesellschaftlichen Lebens.
So verwundert es wenig, dass Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der unterschiedlichsten Disziplinen die Höfe der Habsburger - für die man im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit die Bezeichnung "Haus Österreich" verwendete - in den Blickpunkt ihres Forschungsinteresses rücken.
Historiker, Kunst- und Rechtshistoriker, Germanisten oder Musik- und Theaterwissenschaftler: Sie alle forschen an den verschiedenen Aspekten höfischer Geschichte und Kultur. Oft, ohne voneinander zu wissen: "Das legte nahe, einen interdisziplinären Arbeitskreis ins Leben zu rufen, der einen Austausch aktueller Forschungsergebnisse möglich macht", erklärt Jan Paul Niederkorn von der Historischen Kommission der ÖAW die Idee hinter dem Arbeitskreis "Höfe des Hauses Österreich".
Seit mittlerweile fast zehn Jahren veranstaltet der Arbeitskreis unter der Ägide von Grete Walter-Klingenstein, Obmannstellvertreterin der Historischen Kommission der ÖAW, und Jan Paul Niederkorn regelmäßige Workshops zum Thema. In ihrem Rahmen werden aktuelle Themen diskutiert und Projekte vorgestellt. Darüber hinaus werden auch Vorträge und Exkursionen organisiert. Niederkorn: "Es besteht weder eine thematische noch eine zeitliche Begrenzung, wenngleich der Schwerpunkt sicher in der Frühen Neuzeit liegt, jener Epoche, in welcher der Hof als politisches, wirtschaftliches, soziales und kulturelles Zentrum eine herausragende Rolle in der Gesellschaft einnahm."
Die Veranstaltungen werden gemeinsam mit Partnern umgesetzt, die das vielfältige Forschungsspektrum des Arbeitskreises repräsentieren. Als bisherige Partner konnten das Institut für die Erforschung der Frühen Neuzeit, in dessen Zeitschrift "FrühneuzeitInfo" auch Referate der ersten Workshops publiziert wurden, das Haus-, Hof- und Staatsarchiv und diverse andere in- und ausländische Institutionen gewonnen werden. Der letzte Workshop "Höfe als Orte der Kommunikation. Italien und die Habsburger, 16. bis 19. Jahrhundert", fand im November 2007 in Trient statt, die Tagungsbeiträge werden in diesem Fall in den "Contributi" des dortigen Istituto storico italo-germanico veröffentlicht.
In den kommenden Monaten stehen zwei weitere Workshops bevor: "Ein Bruderzwist im Hause Habsburg", veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Südböhmischen Universität Ceské Budejovice vom 13. bis 16. Oktober 2008 im Schloss Ceský Krumlov, und "Höfe und Residenzen geistlicher Fürsten" vom 10. bis 22. Februar 2009 in der Salzburger Residenz.
"Dass die Residenzenkommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sich entschlossen hat, ihr heuriges
Symposium
in Zusammenarbeit mit der Historischen Kommission und der Kommission für Kunstgeschichte der ÖAW in Wien zu veranstalten, ist ein weiterer Beweis für die Stellung, die der Arbeitskreis in wenigen Jahren in der internationalen Hof-Forschung erlangt hat", freut sich Niederkorn.
Die bisherigen Workshops des Arbeitskreises [PDF]
Ausgewählte Publikationen:
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Richard Bösel, Grete Klingenstein, Alexander Koller unter Mitarbeit von Elisabeth Garms-Cornides, Jan Paul Niederkorn und Andrea Sommer-Mathis (Hg.):Kaiserhof - Papsthof (16.-18. Jahrhundert). Wien, Verlag der ÖAW, 2006
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Heinz Noflatscher, Jan Paul Niederkorn (Hg.): Der Innsbrucker Hof. Residenz und höfische Gesellschaft in Tirol vom 15. bis 19. Jahrhundert. AÖG, Bd. 138,2005
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Susanne Claudine Pils, Jan Paul Niederkorn (Hg.): "Ein zweigeteilter Ort? Hof und Stadt in der Frühen Neuzeit", Forschungen und Beiträge zur Wiener Stadtgeschichte 44, Innsbruck, Studienverlag, 2005
Kontakt:
DDr. Jan Paul Niederkorn
Historische Kommission
Zentrum Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Strohgasse 45 / 2. Stock / Tür 4, 1030 Wien
T +43 1 51581-7325
jan.paul.niederkorn@oeaw.ac.at
www.oeaw.ac.at/histkomm
September 2008
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"Was Wien für die Monarchie ist, das ist die Hofburg für Wien"
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