Das UNESCO-Programm Man and Biosphere (MAB) der ÖAW entwickelt wissenschaftliche Grundlagen im Bereich der Natur- und Sozialwissenschaften, die der langfristigen Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen und der Artenvielfalt dienen. Ziel ist die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen dem Schutz der biologischen Vielfalt, der Förderung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung und der Bewahrung der jeweiligen kulturellen Werte, kurz: eine nachhaltige Entwicklung der Beziehung Mensch-Umwelt.
Eine Schlüsselrolle im MAB-Programm spielen dabei repräsentative Landschaften, die sogenannten UNESCO-Biosphärenparks ("biosphere reserves"). Biosphärenparks sind nach einheitlichen international festgelegten Kriterien anerkannte Ökosysteme, in denen Modelle für eine nachhaltige Bewirtschaftung der Biosphäre entwickelt, erprobt und umgesetzt werden. Biosphärenparks dienen nicht nur dem Schutz und der Pflege bestimmter Ökosysteme, sondern auch der ökologischen Forschung, der umweltgerechten Landnutzung und der Bildung im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Das österreichische MAB-Nationalkomitee fokussiert seine Forschungsvorhaben auf die Forschung in und für die Biosphärenparks, die auch in Österreich eine Vorbildfunktion für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz erfüllen.
Derzeit werden im Rahmen des MAB-Programms folgende Projekte durchgeführt:
Ecological and Social Carrying Capacities as Management Challenges for Peri-Urban Biosphere Reserves
Projektleitung:
Dipl.-Ing. Dr. Arne ARNBERGER, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der Universität für Bodenkultur
Dauer:
3 Jahre (ab 2005)
Kurzfassung
Ökologische und soziale Tragfähigkeiten als Herausforderungen für das Management stadtnaher Biosphärenparks
Urbane Biosphärenparks sind durch hohe Besucherzahlen gekennzeichnet, womit sowohl die ökologische als auch die soziale Tragfähigkeit dieser Gebiete oft überschritten ist. Ziel des über drei Jahre laufenden Projekts ist die Erfassung der sozialen und ökologischen Tragfähigkeit des stark besuchten Biosphärenparks Untere Lobau in Wien als Beitrag zur Verbesserung des Gebietsmanagements. Untersucht wird dabei (1) der Einfluss von hohen Besucherfrequenzen auf das Erholungserlebnis von Besuchern und die daraus resultierenden Kompensationsstrategien der Besucher und lokalen Bevölkerung mittels Befragungen und Routenanalysen, (2) der Einfluss von Besucherfrequenzen auf die Wildtiere (Rotwild (Cervus elaphus), Rehwild (Capreolus capreolus), Biber (Castor fiber)) mittels Monitoringmethoden über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren, (3) der Einfluss von veränderten Raum-Zeit-Mustern von Wildtieren verursacht durch die Erholungsnutzung und Nutzungsverlagerungen auf die Landwirtschaft. Die Ergebnisse unter Beteiligung lokaler Akteure sollen zur Entwicklung von Empfehlungen für ein integratives und nachhaltiges Management und Monitoring des Biosphärenparks führen.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Dr. Arne Arnberger
Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung
Universität für Bodenkultur
Peter Jordan-Str. 82, 1190 Wien
T +43 1 47654-7205
F +43 1 47654-7209
arne.arnberger@boku.ac.at
Integration of Sustainable Management of Wildlife Resources and Wildlife Habitats in a Participatory Cross-sectoral Concept for Sustainable Landuse in the Biosphere Reserve Wienerwald
Projektleitung:
Prof. DI. Dr. Friedrich REIMOSER, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Universität für Veterinärmedizin Wien
Dauer:
3 Jahre (ab 2005)
Kurzfassung
Integratives nachhaltiges Wildtiermanagement im Biosphärenpark Wienerwald
Unter Anwendung eines partizipativen und angewandten Forschungsansatzes sollen Bewertungsinstrumente, Management- und Monitoring-Konzepte erarbeitet werden, um Grundlagen für die sektorale Landnutzungen übergreifende Integration von Wildtieren, Habitaten und Wildtiermanagement in eine nachhaltige Regionalentwicklung bereitzustellen. Der Biosphärenpark Wienerwald dient hierbei als Modellregion. Mit Hilfe von Experteninterviews, Landnutzerbefragungen, einer projektbegleitenden Stakeholderplattform und Feldarbeiten werden regionalisierte Prinzipien, Kriterien und Indikatoren eines ökologisch, ökonomisch und sozio-kulturell nachhaltigen Wildtiermanagements entwickelt. Antagonistische und synergistische wechselseitige Einflüsse zwischen Wildtieren, Wildtiermanagement und anderen regionalen Landnutzergruppen (z. B. Land- und Forstwirtschaft, Erholungsnutzung, Verkehr) werden identifiziert und aus Sicht von Nachhaltigkeitsanforderungen untersucht. Für diese Schnittstellen soll ein sektorübergreifendes Kriterien- und Indikatoren-Set zur operationalen Nachhaltigkeitsbewertung entwickelt werden. In Verbindung mit einem auf einem Wahlmodell basierenden Werkzeug zur Entscheidungsfindung sollen weiters praktische Empfehlungen für ein integratives Wildtiermanagement und für ein diesbezügliches Monitoringkonzept für den Biosphärenpark erarbeitet werden. In Mustergebieten ist eine modellhafte Erprobung der Umsetzung vorgesehen. Alle Arbeitsergebnisse werden kontinuierlich mit regionalen Stakeholdern abgestimmt.
Kontakt:
Prof. DI. Dr. Friedrich Reimoser
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
Universität für Veterinärmedizin Wien
Savoyenstraße 1, 1160 Wien
T +43 1 4890915-210
F +43 1 4890915-333
friedrich.reimoser@vu-wien.ac.at
Footprints: Integrated Research in the Ötztal region. Assessing the past, present and future
Projektleitung:
DI Willi HAAS, Institut für Soziale Ökologie
Dauer:
2,5 Jahre (ab 2005)
Kurzfassung
Footprints: Integrative Forschung im Ötztal. Vergleich von Vergangenheit und Gegenwart - Optionen für die Zukunft
Auf langfristiger wissenschaftlicher Forschung im Ötztal aufbauend, soll das Projekt eine integrative Analyse der Region bieten, mit dem Ziel, auf eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Entwicklung hinzuarbeiten. Der expandierende Skitourismus und die geplante Ausweitung des Biosphärenparks Gurgler Kamm sind zum Beispiel zwei Entwicklungspfade, deren langfristige Auswirkungen auf die Region untersucht werden sollen. Deshalb sind gegenwärtige und zukünftige Landnutzungskonflikte ein wichtiger Aspekt der Forschung, deren Lösungen durch ein wissenschaftliches Informationssystem erleichtert werden sollen. Die Bildung von Zukunftsszenarien zum Beispiel soll zur Unterstützung von Entscheidungen diesbezüglich dienen.
Zur Untersuchung werden Ergebnisse vergangener Forschungen herangezogen, sowohl im Bereich der langfristigen Beobachtung des Ökosystems, zum Beispiel im Rahmen des GLORIA Programms, als auch vorhandene Modelle und Daten. Sozialökologische Forschungsmethoden werden Material- und Energieflussanalyse (MEFA) und gesellschaftliche Aneignung von Nettoprimärproduktion (HANPP) sein. Durch Kooperation mit dem ALPSCAPE Projekt in Davos/Schweiz werden auch Ergebnisse dieser Studie als Vergleich dienen.
Footprints zeichnet sich durch seine interdisziplinäre, transdisziplinäre und internationale Herangehensweise aus, da hier Natur- und Sozialwissenschaftler aus Österreich und der Schweiz miteinander kooperieren.
Kontakt:
DI Willi Haas
Institut für Soziale Ökologie
Universität Klagenfurt
Schottenfeldgasse 29/5, 1070 Wien
T +43 1 5224000-407
F +43 1 5224000-477
willi.haas@uni-klu.ac.at
Redesigning the Biosphere Reserve "Neusiedler See"
Projektleitung:
Dr. Thomas WRBKA, Institut für Ökologie und Naturschutz, Universität Wien
Dauer:
2 Jahre (ab 2006)
Kurzfassung
Neuausrichtung Biosphärenreservat Neusiedler See
Das Biosphärenreservat Neusiedler See wurde 1977 ausgewiesen und umfasst derzeit lediglich den See und den Schilfgürtel. Weite Bereiche der umgebenden agrarisch genutzten Landschaft, die mit kleineren Resten natürlicher und naturnaher Habitate durchsetzt ist, bleiben unberücksichtigt. Selbiges gilt für die kleinteiligen Kulturlandschaften am Westufer des Sees. Diese Abgrenzung reflektiert die Vorstellungen des MAB Programms von 1970 und entspricht keineswegs den Kriterien der 1992 beschlossenen Sevilla-Strategie für Biosphärenreservate. Im Rahmen eines inter- und transdisziplinären Projekts sollen nun die Grundlagen für eine Neuabgrenzung und Zonierung des Biosphärenparks Neusiedler See im Sinne der Sevilla-Kriterien sowie für die Formulierung von Managementzielen mit verstärkter Ausrichtung auf die Bedürfnisse der verschiedenen Interessensgruppen erarbeitet werden. Auch der Grundstein für ein Konzept zur Fortführung systematischer ökologischer und sozioökonomischer Forschung soll mit diesem Projekt gelegt werden. Das beauftragte Forscherteam deckt mit seiner Expertise die Bereiche Vegetations-, Landschaftsökologie und Naturschutz (Universität Wien) sowie das Gebiet der Regionalentwicklung (Universität für Bodenkultur und Universität Klagenfurt) ab.
Kontakt:
Dr. Thomas Wrbka
Institut für Ökologie und Naturschutz
Universität Wien, Althanstr. 14
1090 Wien
T +43 1 4277-54375
F +43 1 4277-9542
thomas.wrbka@univie.ac.at
Buchprojekt "Österreich - Landnutzung, Landschaftstypen, Lebensräume"
Projektleitung:
Prof. Mag. Dr. Martin SEGER, Institut für Geographie und Regionalforschung, Universität Klagenfurt
Dauer:
1 Jahr (ab 2007)
Kontakt:
Prof. Mag. Dr. Martin Seger
Institut für Geographie und Regionalforschung
Universität Klagenfurt
Universitätsstr. 65, 9020 Klagenfurt
T +43 463 2700-3212
F +43 463 2700-3299
martin.seger@uni-klu.ac.at
Feasibility study for creating a new MAB biosphere reserve on the island of Samothraki, Greece
Projektleitung:
Dr. Simron Jit SINGH, Institut für Soziale Ökologie, Universität Klagenfurt
Dauer:
1,5 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Machbarkeitsstudie zur Einrichtung eines neuen MAB-Biosphärenparks auf der Insel Samothraki (Griechenland)
Das vorgeschlagene Projekt zielt darauf ab, die Möglichkeit der Kreation eines neuen MAB-Biosphärenparks, in voller Übereinstimmung mit der Sevillastrategie, auf einer Insel in Griechenland (Samothraki) zu etablieren, wo bereits ein größeres Naturschutzgebiet (Natura 2000) begründet ist. Das Projekt sollte klären, ob die Einrichtung eines MAB-Biosphärenparks, welches die gesamte Insel abdecken würde, einen zusätzlichen Wert hinsichtlich der Perspektive der leitenden, sozioökonomischen Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit bringen könnte, auf kohärente und systematische Weise. Allgemein gesprochen ist das übergeordnete Ziel dieses Projektes, einen Beitrag zur Bewahrung eines einzigartigen natürlichen und kulturellen Erbes von Weltrang zu leisten, im Angesicht von potenziell destruktiven Entwicklungen und den Wirkungen des Klimawandels. Gleichzeitig wird das Projekt ermöglichen verschiedene Werkzeuge zu entwickeln zur frühen Involvierung von Stakeholdern und dadurch ein Modell von guter Praxis für das Innehaben der Biospärenpark-Vision demonstrieren.
Kontakt:
Dr. Simron Jit Singh
Institut für Soziale Ökologie
Universität Klagenfurt
Schottenfeldgasse 29/5, 1070 Wien
T +43 1 5224000-337
F +43 1 5224000-477
simron.singh@uni-klu.ac.at
Development of innovative methods for feasibility studies examinating the potential of a region to become a biosphere reserve - exemplified in an Austrian test region (preferably the crossborder-region Karwendel)
Projektleitung:
Prof. Dr. Axel BORSDORF, Forschungsstelle für Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dauer:
1 Jahr (ab 2008)
Kurzfassung
Entwicklung innovativer Methoden zur Prüfung der Eignung einer Region als Biosphärenpark am Beispiel einer österreichischen Testregion (z.b. die grenzüberschreitende Region Karwendel)
Noch vor Beginn der konkreten Planungsschritte für die Einrichtung eines Biosphärenparks wird normalerweise geprüft, ob das UNESCO-Prädikat die geeignete Schutzgebietskategorie für eine Region darstellt. Existierende Machbarkeitsstudien für österreichische Biosphärenparks konzentrierten sich bisher allerdings vor allem auf die naturräumlichen Voraussetzungen und die vorherrschenden Nutzungsformen in der Region. Dies führt zur Forschungshypothese, die der Arbeit zu Grunde liegt: Um den Erfolg eines Biosphärenparks, also die ideale Umsetzung der Sevilla-Strategie, langfristig zu garantieren, muss bereits in der Vorphase der Planung die Akzeptanz in der Bevölkerung geprüft und Möglichkeiten zur Beteiligung an Entscheidungen eingeräumt werden. In einem ersten Schritt werden die Vorplanungsphasen von Biosphärenparks, die nach 1991 in deutschsprachigen Ländern nominiert wurden, analysiert (Versenden von Fragebögen und Interviews). Nach Abwägung der Stärken und Schwächen wird ein Leitfaden mit idealen Methoden für die Durchführung von Machbarkeitsstudien vorgeschlagen. Dieser wird in einem zweiten Schritt am Fallbeispiel Karwendel getestet, wo derzeit die Einrichtung eines Biosphärenparks diskutiert wird.
Kontakt:
Prof. Dr. Axel Borsdorf
Forschungsstelle für Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Technikerstr. 21a, Otto Hittmair-Platz 1, 6020 Innsbruck
T +43 512 507-4940, 4901, 5400
Axel.Borsdorf@uibk.ac.at
Schutzgebiete in den slowenischen Alpen - Bestandsaufnahme und Problematik (SLOALP)
Projektleitung:
Prof. Dr. Axel BORSDORF, Forschungsstelle für Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dauer:
1 Jahr (ab 2008)
Kontakt:
Prof. Dr. Axel Borsdorf
Forschungsstelle für Gebirgsforschung: Mensch und Umwelt
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Technikerstr. 21a, Otto Hittmair-Platz 1, 6020 Innsbruck
T +43 512 507-4940, 4901, 5400
Axel.Borsdorf@uibk.ac.at
Developing. Areas. Efficiently. - The efficient use of land in suburbia. Developing sustainable settlements through the efficient use of development areas in the Wienerwald biosphere reserve
Projektleitung:
Dr. Robert MUSIL, Institut für Stadt- und Regionalforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dauer:
1 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Flächen.Effizient.Nutzen. - Effiziente Flächennutzung im suburbanen Raum? Nachhaltige Siedlungsstrukturen durch effiziente Nutzung vorhandener Baulandreserven im Biosphärenpark Wienerwald
Der niederösterreichische Teil des Biosphärenparks Wienerwald ist durch beträchtliche Heterogenität gekennzeichnet, die einerseits aus dem unterschiedlichen Ausmaß suburbaner Überprägung, andererseits aus unterschiedlichen Siedlungsformen resultiert. Da die Wienerwaldgemeinden über zum Teil beträchtliche Baulandreserven verfügen, stellt die Entwicklung einer nachhaltigen und effizienten Siedlungsstruktur eine wichtige Herausforderung für die Raumplanung dar. In welcher Form und in welcher Intensität sollen die darin als Baulandreserve ausgewiesenen Parzellen bebaut werden? Der methodische Ansatz dieses Forschungsprojektes basiert auf einem von der niederländischen Raumordnung entwickeltes Konzept, die ABC-Standortplanung. Bei dieser Methode wird die optimale Nutzung von Freiflächen nach einem Bewertungsraster bestimmt, der sich vornehmlich nach Erreichbarkeitskriterien des öffentlichen Verkehrs sowie des motorisierten Individualverkehrs orientiert. Ziel des Forschungsprojektes ist es die Baulandreserven in den Wienerwaldgemeinden mit einem eigens entwickelten Bewertungsraster im Hinblick auf eine optimale Flächennutzung zu klassifizieren.
Kontakt:
Dr. Robert Musil
Institut für Stadt- und Regionalforschung
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postgasse 7/4/2
1010 Wien
T +43 1 51581-3524
F +43 1 51581-3533
E-Mail:
robert.musil@oeaw.ac.at
Towards Integrated Ecological Spatial Planning on Multiple Scales for the Wienerwald Biosphere Reserve and its functional environment: a new approach to the management of conflicts between humans and wildlife (IESP)
Projektleitung:
Prof. DI. Dr. Friedrich REIMOSER, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Universität für Veterinärmedizin Wien
Dauer:
3 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Integrierte kologische Raumplanung fr den Biosphrenpark Wienerwald (IESP)
Projektziel ist die Entwicklung eines neuen, transdisziplinren Ansatzes fr das Management von Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren mittels Raumplanung. Mit GIS-basierten Verfahren werden die Konfliktpotentiale "Landnutzung - Wildtier" identifiziert, lokalisiert und bewertet. Das methodische Konzept, das auch auf andere Biosphrenparke anwendbar sein soll, wird im Biosphrenpark Wienerwald fr konkrete Konfliktsituationen angewandt. Ausgearbeitet werden integrale, rumlich explizite Managementmanahmen, Richtlinien fr einen IESP 'Master-Plan', und ein Verfahren fr das Monitoring des Konfliktmanagements. Speziell bercksichtigt werden die funktionellen Verbindungen zwischen dem Biosphrenpark und seiner Umgebung (kologische Konnektivitt, Besucherflsse, etc.), die Integration von unterschiedlichen rumlich-zeitlichen Mastben bezglich der Indikator-Arten und Indikator-Aktivitten, sowie die Zonengliederung und die bestehenden Managementziele im Biosphrenpark Wienerwald.
Kontakt:
Prof. DI. Dr. Friedrich Reimoser
Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
Universität für Veterinärmedizin Wien
Savoyenstraße 1, 1160 Wien
T +43 1 4890915-210
F +43 1 4890915-333
friedrich.reimoser@vu-wien.ac.at
BIOSERV - Biodiversity and Ecosystem Services as scientific foundation for the sustainable implementation of the redesigned Biosphere Reserve "Neusiedler See"
Projektleitung:
Dr. Thomas WRBKA, Department für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie, Universität Wien
Dauer:
3 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Biodiversität und Ecosystem-Services als wissenschaftliche Basis für eine nachhaltige Implementierung eines neu gestalteten Biosphärenparks "Neusiedler See"
Ziel dieses Projektes ist die Erarbeitung eines Datensatzes über die ökologischen, ökonomischen und soziokulturellen Werte der Region als Grundlage für eine Implementierung eines neu gestalteten Biosphärenparks nach Sevilla-Kriterien. Gleichzeitig soll damit eine Basis für eine nachhaltige Entwicklung und eine Darstellung dynamischer Landschaftsprozesse erarbeitet werden. Um eine umfassende Analyse durchführen zu können, werden Daten über die Landschaft, die Landbedeckung und regionale sozioökonomische Parameter verwendet. Auf Basis der Evaluierung potentieller und aktueller Landschaftsfunktionen und Bewertung dieser hinsichtlich der drei vorherrschenden Landnutzungssysteme (Naturschutz und Landwirtschaft sowie Tourismus und Erholung) sollen Optionen für eine Neugestaltung und eine mögliche Zonierung ausgearbeitet werden. Weiters sollen durch die Einbeziehung von regionalen Akteuren Gemeinsamkeiten und Problemzonen für eine Neugestaltung aufgezeigt werden.
Homepage
Kontakt:
Dr. Thomas Wrbka
Department für Naturschutzbiologie, Vegetations- und Landschaftsökologie
Universität Wien
Rennweg 14, 1030 Wien
T +43 1 4277-54375
F +43 1 4277-9575
thomas.wrbka@univie.ac.at
Perspective LOBAU 2020: Exploring management options of a heavily used urban biosphere reserve confronted with new urban developments in its neighbourhood considering a restricted potential for ecosystem development
Projektleitung:
Dipl.-Ing. Dr. Arne ARNBERGER, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der Universität für Bodenkultur
Dauer:
3 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Welche Perspektiven gibt es für die Lobau im Jahr 2020? Untersuchung von Managementoptionen für den stark besuchten Bioshpärenpark aufgrund der Wiener Stadtentwicklung
Der Wiener Biosphärenpark (BP) Untere Lobau ist ein durch Grundwasser und Rückstau gespeister Auwald und beherbergt ein äußerst vielfältiges Mosaik an aquatischen, halb-aquatischen und terrestischen Habitaten. Gleichzeitig leben rund 150 000 Menschen in direkter Nachbarschaft zum BP. Große Siedlungsgebiete im Nahbereich und eine verbesserte Verkehrsanbindung bis 2020 werden den Erholungsdruck auf den schon jetzt stark besuchten BP verstärken. Die Leitung des BP benötigt daher Forschungsergebnisse über die Auswirkungen dieser städtebaulichen Entwicklungen auf den BP und Entscheidungsgrundlagen wie sie mit dem ansteigenden Besucherdruck umgehen soll. Diese Studie untersucht die Wirksamkeit verschiedener Maßnahmen innerhalb und außerhalb des BP hinsichtlich des zu erwartenden Besucherdrucks. Untersucht werden dabei die Auswirkungen auf die Anwohnenden, auf die Erholungsqualität der Erholungssuchenden und auf die Ökologie des BP. Dazu werden neue und miteinander kombinierte Forschungs- und Simulationsmethoden eingesetzt.
Kontakt:
Dipl.-Ing. Dr. Arne Arnberger
Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung
Universität für Bodenkultur
Peter Jordan-Str. 82, 1190 Wien
T +43 1 47654-7205
F +43 1 47654-7209
arne.arnberger@boku.ac.at
("part_b") - Participation Processes in Biosphere Reserves - Development of an Intervention Theory, Analysis of Strategies and Procedural Ethics by example of BRs Nockberge, Vienna Forest and Großes Walsertal (Austria)
Projektleitung:
DI Daniel ZOLLNER, E.C.O. Institut für Ökologie Jungmeier GmbH
Dauer:
2 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Partizipationsprozesse in Biosphärenparks - Entwicklung einer Interventionstheorie, Analyse von Strategien und Prozessethiken am Beispiel der Biosphärenparks Wienerwald, Großes Walsertal und den Nockbergen (in Planung)
Die Planung von Schutzgebieten zählt zu den räumlich größten Planungsprozessen in einer modernen Gesellschaft. Sie ist eine großflächige Intervention mit weit reichenden und langfristigen ökonomischen, sozio-kulturellen und ökologischen Implikationen. Am Beispiel der österreichischen Biosphärenparks Wienerwald, Großes Walsertal und Nockberge (in Planung) sollen verschiedene Prozesse anhand von 7 Leithypthesen dokumentiert, analysiert und reflektiert werden. 4 Aspekte finden dabei besondere Berücksichtigung: Interventionsforschung und Interventionsethik, Change management, Diversity management sowie Good governance. Für die Ausarbeitung werden unterschiedlichste Methoden eingesetzt, die den umfangreichen Methodensets der einzelnen Forschungsgebiete entspringen. Durch die Herangehensweise aus unterschiedlichen Blickwinkeln und die Bearbeitung durch ein inter/transdisziplinäres Forschungsteam sollen neue Einsichten und Konzepte als Grundlage für ein "bewusstes" Lenken von Partizipationsprozessen in Schutzgebieten generiert werden.
Kontakt:
DI Daniel Zollner
E.C.O. Institut für Ökologie Jungmeier GmbH
Kinoplatz 6, 020 Klagenfurt
T +43 463 504144
F +43 463 504144-4
zollner@e-c-o.at
Monitoring of Biocultural Diversity in the Biosphere Reserve "Großes Walsertal": The use and management of biodiversity of crops, cultivars and wild gathered species)
Projektleitung:
Prof. Dr. Christian R. VOGL, Institut für Ökologischen Landbau, Universität für Bodenkultur
Dauer:
2,5 Jahre (ab 2008)
Kurzfassung
Biologische Vielfalt an nutzbaren Pflanzenarten und damit verknpftes lokales Erfahrungswissen im Biosprenpark Groes Walsertal
.
Im Biosphrenpark "Groes Walsertal" ist die Vielfalt an wild gesammelten Pflanzen und traditionellen Kulturpflanzenarten und Lokalsorten eng verknpft mit der Kultur der heimischen Bevlkerung. Ziel des Projektes ist es, mit interdisziplinren Methoden innerhalb von 35 Monaten (davon zumindest 16 Monate ethnobotanischer Feldforschung) zu dokumentieren:
-
die Vielfalt der von den Einheimischen wild gesammelten Pflanzen
-
die Vielfalt der von den Einheimischen traditionell angebauten Kulturpflanzenarten und Lokalsorten
-
die Vielfalt an Vorlieben, Gebruchen und Verwendungen dieser Pflanzen
-
und sichtbar zu machen die Rolle der Frauen als Nutzerinnen und Hterinnen von Biodiversitt
-
und aktiv lokale Initiativen sowie das Biosphrenpark-Management zu untersttzen in deren Bestreben zu nachhaltigem Naturschutz und einer nachhaltigen Nutzung der Ressourcen im Biosphrenpark.
Der Forschungsprozess wird von Anbeginn an lokale AkteurInnen und Initiativen mit einbeziehen durch Stakeholder-Workshops, Einbindung der heimischen Bevlkerung in die Sammlung von Daten, Analyse und durch Einschtzung, Bewertung und Verbreitung der Ergebnisse auf lokaler Ebene.
Kontakt:
Christian R. Vogl
Institut für Ökologischen Landbau
Universität für Bodenkultur
Gregor Mendel-Str. 33, 1180 Wien
T +43 664 9153022
F +43 1 47654-3792
christian.vogl@boku.ac.at
Sources of Air Pollution Relevant for Austrian Biosphere Reserves: Quantification, Trends, Scenarios
Projektleitung:
Dr. Petra Seibert, Institut für Meteorologie der Universität für Bodenkultur
Dauer:
1 Jahr (ab 2005)
Kurzfassung
Quellen der Luftschmutzung in österreichischen Biosphärenreservaten: Quantifizierung, Trends, Szenarien
Die Quellen von Luftverschmutzung, die auf das Biosphärenreservat Wienerwald einwirken, werden in diesem Projekt untersucht. Dazu werden verschiedene numerische Modelle in Kombination mit Messungen an Luftgütemessstellen verwendet, wobei eine detaillierte Untersuchung des Beitrages verschiedener Quellgebiete und -sektoren für verschiedene Schadstoffe geplant ist. Es könnten Schadstoffe angefangen von der nassen Deposition der wichtigen Ionen über Schwefeldioxid und Stickoxide bis hin zu Ozon und Feinstaub eingeschlossen werden. Soweit geeignete Daten verfügbar sind, wäre es auch möglich, Schwermetalle und POPs zu betrachten. Der Jahresgang, Langzeit-Trends für die Vergangenheit, sowie gegenwärtige und künftige Emissions- und Klimaszenarien werden betrachtet werden.
Kontakt:
Dr. Petra Seibert
Institut für Meteorologie
Universität für Bodenkultur
Peter-Jordan-Str. 82, 1190 Wien
T +43 1 47654-5613
F +43 1 47654-5610
petra.seibert@boku.ac.at
Abgeschlossene Projekte